Gottesbegegnungen

Was macht der Pfarrer, wenn er nicht da ist? Oft FEA: Fortfahren, Erholen, Ausschlafen. Oder: Fortbildung in den ersten Amtsjahren. – Und worum geht’s da? Ich habe ein paar Eindrücke von einer Fortbildung in dieser Woche mitgebracht:

Steine
aufgetürmt vor Zeiten.
Türme.
Glocken.
Redeorte.
Höreorte.
Tauforte.
Orte der Ruhe.
Ruhe für mich.
Ruhe für andere erfahrbar machen.

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Digitalromantik als Motivation

(Wie) Bewegt sich Kirche in der digitalen Welt? Hannes Leitlein hat mit „Und wie wir wandern im finstern Digital“ in „Christ & Welt“ eine Debatte angestoßen: Auf Twitter wird intensiv diskutiert, die Blogosphäre der Heiligen zeigt ihre Vielfalt und Best-Practice-Listen entstehen. Christoph Breit hat in seiner Liste „Das funzt 2punkt0“ auch dieses Blog und die Namen von Karolin Gerleigner und mir genannt. Vielen Dank, Christoph – aber eigentlich hatte ich ein schlechtes Gewissen, weil ich so wenig Zeit zum Bloggen finde. Ist unser Blog wirklich so vorzeigbar? Sollte ich mir vielleicht – wie Tobias Graßmann – überlegen, was ich sage, wenn mich jemand aus dem Landeskirchenamt anruft? Vielleicht nehme ich die uralten Worte, die am Rand des Wegs, der mich ins Digital führt, in Stein gemeißelt sind:

„Governments of the Industrial World, you weary giants of flesh and steel, I come from Cyberspace, the new home of Mind. On behalf of the future, I ask you of the past to leave us alone. You are not welcome among us. You have no sovereignty where we gather.“

John Perry Barlow (8.2.1996)
A Declaration of the Independence of Cyberspace

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Hab ich mich schon eingelebt?

Am Sonntag war Judika. Vor einem Jahr wurde ich am Sonntag Judika ordiniert. „Haben Sie sich schon eingelebt?“ fragten viele Leute mich damals und manche fragen mich noch heute. Jetzt wird’s mal Zeit für eine ausführliche Antwort.

Wenn man das „Einleben“ auf einer Skala von 0 bis 10 (mit 10 als Äquivalent zum Eingeborenen, der sein Dorf am Obermain nie verlassen hat) abbildet, habe ich vielleicht 6 erreicht. Und da fühle ich mich sehr wohl.

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Leben im Schon und Nochnicht

Mitten im Schreiben doch auch mal endlich wieder hier. Viel ist passiert in den letzten Monaten und es kommt mir so ewig lang vor, dass wir Examen gemacht haben. Vor einem Jahr wussten wir noch nicht einmal wohin wir kommen. Und jetzt? Realität und Alltag im Beruf.

12 Tage bis zum Ende des Kirchenjahres. Gefühlt mehr Gottesdienste und Ansprachen als je zuvor in diesen paar intensiven Tagen. Aber nur, weil der Rest auch laufen muss. Verwaltung, Besprechungen, Schulunterricht, Konfirmandenarbeit, Seniorenkreis, Öffentlichkeitsarbeit. Vielfalt und immer noch vieles Unbekanntes. Ich hab noch nicht alles einmal durchgemacht und da finde ich, dass ich kaum von Routine reden kann. Bei vielem zumindest nicht. Ich bin aber heilfroh, dass ich schon so manches einfach richtig oft gemacht habe und daher die Zeit mich nicht unterkriegt und ich den Kopf über Wasser halten kann.

Es ist anders und doch so wie ich es erwartet habe. Es macht mir Spaß, mich immer wieder auf Neues einzustellen. Herausforderungen zu meistern oder auch zu lernen, dass es anders werden kann als ich gedacht habe. Das geht tatsächlich nur mit einem guten Team im Hintergrund. Und genau das habe ich: Ein WAHNSINNSTEAM!

Wenn mich also jemand fragen würde, was ich nach fast 9 Monaten auf meinem Weg im Pfarramt sagen kann: Du hast viel in die Hand bekommen und nicht jede Probedienststelle hat nur Macken. Trau dich was eigenes zu machen und nutze deine Talente. Aber das Allerwichtigste: Vergiss nie für dich zu sorgen und es auch mit einem Lachen zu tun!

Obacht, ich bin hier Pfarrer!

„Obacht, da kommt der Herr Pfarrer. Seid anständig!“ hieß es vor zwei Wochen, als ich in die Nähe eines Jugendfeuerwehrtreffens kam. Zwischendurch war ich eine Woche im Urlaub – an einem Ort, wo mich niemand als Pfarrer erkennt. Jetzt bin ich wieder zurück. Beim Einkaufen meldet sich mein inneres Predigerseminar: „Bedenken Sie, dass Sie in Ihrer Gemeinde sind. Hier werden Sie überall als Pfarrer wahrgenommen. Begegnen Sie diesen Rollenerwartungen mit Rollenkompetenz!“

Mein innerer Luther antwortet: „Scheiß drauf! Es gibt keinen geistlichen Unterschied zwischen Ordinierten und Gemeinde. Alle sind Sünder und Gerechte zugleich. Rollenkompetenz heißt für alle: Sündige tapfer und bekenne tapferer!“

Neuanfang

Viel Zeit ist vergangen seit dem letzten Artikel hier im Blog. Mein Vikariat liegt (gefühlt) in ferner Vergangenheit. Ich habe mich eingerichtet und zurechtgefunden im Pfarrhaus und im Pfarramt. Ich habe noch längst  nicht alles fertig eingerichtet, aber die Möbel stehen (sowohl in der Wohnung als auch im Amtszimmer) und die wichtigen Kartons sind längst ausgepackt. Sogar der zweite Bauabschnitt der Pfarrhausrenovierung ist schon fast abgeschlossen: Die Innenräume wurden vor meiner Ankunft saniert, die Neugestaltung der Außenanlagen durfte ich selbst beantragen und überwachen.

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