Neuanfang

Viel Zeit ist vergangen seit dem letzten Artikel hier im Blog. Mein Vikariat liegt (gefühlt) in ferner Vergangenheit. Ich habe mich eingerichtet und zurechtgefunden im Pfarrhaus und im Pfarramt. Ich habe noch längst  nicht alles fertig eingerichtet, aber die Möbel stehen (sowohl in der Wohnung als auch im Amtszimmer) und die wichtigen Kartons sind längst ausgepackt. Sogar der zweite Bauabschnitt der Pfarrhausrenovierung ist schon fast abgeschlossen: Die Innenräume wurden vor meiner Ankunft saniert, die Neugestaltung der Außenanlagen durfte ich selbst beantragen und überwachen.

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Baustellen

Ich bin noch nicht einmal 48 Stunden lang Pfarrer und schon mit Baufragen beschäftigt: Kleinigkeiten im Pfarrhaus und Entwurf zur Neugestaltung des Pfarrhofs.

Im Predigerseminar wurde vor ein paar Wochen gesagt, dass solche Dinge nicht zum „Eigentlichen“ des Pfarrberufs gehören. Was wäre, wenn ich mich nur um das „Eigentliche“ und nicht um Gebäude kümmern wollte – müsste ich das dann wie Franz von Assisi unter freiem Himmel zu den Vögeln predigen?

Im Pfarrhaus

Endlich sind wir da. Seit Freitag wohnen wir in unserem neuen Zuhause: Im Pfarrhaus direkt hinter der evangelischen Kirche in Plattling. Meinen ersten Geburtstag hier vor Ort habe ich auch schon gefeiert. Ein bisschen zwischen Kartons, aber es war trotzdem toll.

So langsam Schritt für Schritt richten wir die Zimmer ein. Das Arbeitszimmer war fast mit als Erstes fertig, damit ich am Dienstag auch gleich durchstarten kann. Mich packt die Vorfreude und ich bin aufgeregt. Auf die Menschen, die Stadt, die anfallenden Dinge. Ich trete über eine neue Schwelle. Wie wird das wohl alles werden? Kribbeln im  Bauch und Gänsehaut. Mein Kindheitstraum wird jetzt wahr. Am 12.3.16 um 14 Uhr ist meine Ordination zur Pfarrerin hier in Plattling.

Zur Aufregung gesellt sich auch ein bisschen Angst. Vielleicht brauch ich die gar nicht. Aber wer weiß. Alles neu ist nicht immer nur toll, klar. Erwartungen der Menschen hier und meine eigenen. Passen die zusammen? Und wenn nicht: schaffen wir es dann Wege zueinander zu finden? Offen miteinander umgehen ist eines meiner Ziele. Klar und frei sagen können, was los ist. Fair bleiben. Mal sehen, aber ich glaube und hoffe, dass das machbar ist.

Jetzt heißt es erstmal genießen und sehen, was die Zeit bringt. Einen Spruch habe ich zugeschickt bekommen, der mich jetzt dabei begleitet. Ich finde, er passt sehr gut zu all den Gedanken, Gefühlen und Ereignissen jetzt und in der Zukunft.

Denn der HERR, dein Gott, ist bei dir, ein starker Heiland. Er wird sich über dich freuen und dir freundlich sein, er wird dir vergeben in seiner Liebe und wird über dich mit Jauchzen fröhlich sein. (Zefania 3,17)

 

Pfarrerbild

Kommt das mit oder kann das weg? Beim Packen der Umzugskartons hatte ich viele Dinge in der Hand, auch meine alte Piratenflagge. Am liebsten würde ich bei meinem Einzug in Altenkunstadt so ankommen wie Captain Jack Sparrow, der im Film „Fluch der Karibik“ mit Zöpfen im Bart aus dem Mastkorb eines sinkenden Boots elegant auf den Steg im Hafen übersteigt. In Altenkunstadt gibt’s keinen Hafen, aber eine Mainbrücke … und die Zöpfe, die ich vorletzes Jahr bei der Konfirmation im Bart hatte, haben in meiner Vikariatsgemeinde anscheinend einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Zumindest wurden sie jetzt im Abschiedsgottesdienst wieder erwähnt.

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Aufbruchsstimmung in der staaden Zeit

Endlich darf ich es sagen. Ab 1.3.2016 bin ich Pfarrerin in Plattling – meiner Wunschgemeinde. Als ich letzte Woche erst abends den Anruf bekam, war da  unglaubliche Erleichterung und Freude. Ein Grinsen wie ein Honigkuchenpferd hat mich dann die ganze Woche begleitet. Das tut unglaublich gut, nach all dem hin und her und dem Warten. Trotzdem aber auch immer die Gedanken bei den Kollegen, die zum Großteil mit dem Landeskirchenamt in gute Gespräche gekommen sind.

Mein Mann kann mit dem Zug zu seiner jetzigen Arbeitsstelle pendeln. Das dauert keine 35 Minuten. Und wir ziehen tatsächlich in ein Pfarrhaus. Wir haben uns tatsächlich den Träumereien hingeben können, wie wir die Zimmer verteilen. Was wohin kommen soll. Aus der Stellenbeschreibung des Amtsblattes wissen wir ja schon ungefähr wie groß es sein wird. Am kommenden Samstag fahren wir nach Plattling und schauen es uns auch an. Irgendwie total verrückt.

Mich packt die totale Neugier auf die Gemeinde, die vielen neuen Menschen und meinen Kollegen. Ich bin nämlich nicht allein dort. Es gibt außer mir noch einen Pfarrer, weil die Gemeinde mit ca. 2600 Gemeindegliedern ganz schön groß ist. Allein 1700 werden in meinem Sprengel sein und ich werde die Pfarramtsführung bekommen. Das sind ganz schön große und neue Aufgaben, aber auf der anderen Seite wird auch vieles dabei sein, was ich schon kenne und mache. Arbeit mit Jugendlichen und jungen Familien, die es dort gibt. Kindergottesdienste, Konfirmandenarbeit. UND Öffentlichkeitsarbeit. Mich juckt es in den Fingern, ich bin Feuer und Flamme.

Zugleich bin ich aber auch froh, dass ich jetzt noch ein bisschen mein Vikariat genießen kann. Den Schwung nehme ich mit, vieles geht jetzt wieder viel leichter von der Hand. Und dann: Vertraute Gesichter, die sich mit uns freuen und froh sind, dass der Abschied noch nicht so schnell kommt. Vor allem aber, dass es uns gut geht.

Weihnachten steht vor der Tür. Mein größtes Weihnachtsgeschenk habe ich schon im Vorfeld bekommen.