Im Pfarrhaus

Endlich sind wir da. Seit Freitag wohnen wir in unserem neuen Zuhause: Im Pfarrhaus direkt hinter der evangelischen Kirche in Plattling. Meinen ersten Geburtstag hier vor Ort habe ich auch schon gefeiert. Ein bisschen zwischen Kartons, aber es war trotzdem toll.

So langsam Schritt für Schritt richten wir die Zimmer ein. Das Arbeitszimmer war fast mit als Erstes fertig, damit ich am Dienstag auch gleich durchstarten kann. Mich packt die Vorfreude und ich bin aufgeregt. Auf die Menschen, die Stadt, die anfallenden Dinge. Ich trete über eine neue Schwelle. Wie wird das wohl alles werden? Kribbeln im  Bauch und Gänsehaut. Mein Kindheitstraum wird jetzt wahr. Am 12.3.16 um 14 Uhr ist meine Ordination zur Pfarrerin hier in Plattling.

Zur Aufregung gesellt sich auch ein bisschen Angst. Vielleicht brauch ich die gar nicht. Aber wer weiß. Alles neu ist nicht immer nur toll, klar. Erwartungen der Menschen hier und meine eigenen. Passen die zusammen? Und wenn nicht: schaffen wir es dann Wege zueinander zu finden? Offen miteinander umgehen ist eines meiner Ziele. Klar und frei sagen können, was los ist. Fair bleiben. Mal sehen, aber ich glaube und hoffe, dass das machbar ist.

Jetzt heißt es erstmal genießen und sehen, was die Zeit bringt. Einen Spruch habe ich zugeschickt bekommen, der mich jetzt dabei begleitet. Ich finde, er passt sehr gut zu all den Gedanken, Gefühlen und Ereignissen jetzt und in der Zukunft.

Denn der HERR, dein Gott, ist bei dir, ein starker Heiland. Er wird sich über dich freuen und dir freundlich sein, er wird dir vergeben in seiner Liebe und wird über dich mit Jauchzen fröhlich sein. (Zefania 3,17)

 

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Pfarrerbild

Kommt das mit oder kann das weg? Beim Packen der Umzugskartons hatte ich viele Dinge in der Hand, auch meine alte Piratenflagge. Am liebsten würde ich bei meinem Einzug in Altenkunstadt so ankommen wie Captain Jack Sparrow, der im Film „Fluch der Karibik“ mit Zöpfen im Bart aus dem Mastkorb eines sinkenden Boots elegant auf den Steg im Hafen übersteigt. In Altenkunstadt gibt’s keinen Hafen, aber eine Mainbrücke … und die Zöpfe, die ich vorletzes Jahr bei der Konfirmation im Bart hatte, haben in meiner Vikariatsgemeinde anscheinend einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Zumindest wurden sie jetzt im Abschiedsgottesdienst wieder erwähnt.

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betwixt and between

„Das Examen ist eigentlich ein Initiationsritus“ sagte eine Prüferin am Abend zwischen unseren mündlichen Prüfungen zu mir und zwei Kolleginnen. Sie meinte, im Examen ginge es nicht nur um Wissen und Reflexionsfähigkeit, sondern um eine Prüfung der Belastbarkeit, die mit archaischen Ritualen vergleichbar sei, „bei denen die Alten gemein zu den Jungen sind, bevor die Jungen endgültig dazugehören.“

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