Coram deo

In Sandalen,
ohne geschlossene Schuhe,
im T-Shirt,
ohne ordentliches Hemd,
dienstfrei ohne Talar
im Abendmahlskreis stehen.

Weil Gott
weder Talar noch Anzug,
sondern nur das Herz ansieht.
Weil Gottesdienst
nicht am Tag des Sonntagsstaats
sondern am Tag des Herrn ist,
der zum Aufbruch ruft,
weg von der äußeren Sicherheit.

Ist das noch,
was Pfarrer so machen,
oder doch
Freiheit vom schwarzen Kittel?

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Perfekt? – Frohe Weihnachten!

„Das muss perfekt sein!“ sagtest du, liebe Kollegin,
zu mir über die Gestaltung der Christvesper.

Ja, klar. An Heiligabend kommen die Leute.
Da wollen wir zeigen, was wir können …
Nein, was der kann,
den wir perfekt verkündigen wollen.
Perfekt, damit jede*r sich berührt fühlt.
Perfektion ist wichtig im Gottesdienst,
professionell soll’s sein, sagt Pollack.

Die Leute machen daheim ja auch alles perfekt
für’s Fest.
Der Baum wird geputzt,
die Wohnung auch.
Und der hässliche Streit
bleibt bis zum 2. Feiertag
hoffentlich hinter dem Sofa versteckt.
Wenn dann auch das Essen schmeckt,
ist alles perfekt.

Wenn daheim schon alles perfekt ist,
was sollen die Leute dann
bei uns in der Kirche noch finden?

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