Überraschung

Überraschung: Ich bleibe südlich des Mains – ganz knapp. Eigentlich war mir eine Stelle zugewiesen, die weiter im Norden, an der Grenze zu Thüringen, liegt. Aber meine Stellenzuweisung wurde in der letzten Woche nochmal verändert. Jetzt ist alles entschieden und ich darf’s veröffentlichen:

Im März werde ich Pfarrer in Strössendorf und Altenkunstadt. Direkt vor der alten Kirche im traditionell evangelischen Strössendorf schlängelt sich der Fluss durchs obere Maintal1. Die Kirche steht am Südufer. Mein künftiges Pfarrhaus steht aber hinter der 1971 erbauten evangelischen Kreuzbergkirche im überwiegend katholischen Altenkunstadt. Die Gemeinde heißt „Strössendorf-Altenkunstadt“, meine Pfarrstelle heißt „Strössendorf“. Klingt kompliziert, ist aber wahrscheinlich ganz einfach, wenn man mal vor Ort ist.

Laut Stellenausschreibung im Amtsblatt gibt’s 1869 Gemeindeglieder, darunter „viele selbständig arbeitende Ehrenamtliche“, die von ihrem Pfarrer „gerne auch neue Ideen“ wünschen. Na, das klingt einladend! 🙂

Und wenn meine Frau zu einer theologischen Bibliothek oder zu ihren Examensprüfungen fahren muss, freut sie sich, dass der nächste Bahnhof nur 2,5km vom Pfarrhaus entfernt ist, nicht 27km wie’s bei der ursprünglich zugewiesenen Stelle gewesen wäre. Manchmal ist es gar nicht schlecht, wenn man als „Lückenfüller“ eine andere Stelle bekommt als ursprünglich geplant.

Ich hatte in dieser letzten Runde der Stellenvergabe übrigens nicht mehr das Gefühl, dass der Prozess intransparent abläuft. Als klar war, dass die ursprüngliche Stellenverteilung wegen zu großer familiärer Schwierigkeiten bei KollegInnen nicht funktioniert, bin ich angerufen und freundlich gefragt worden, ob ich auch nach Strössendorf gehen würde. Ich habe Ja gesagt und ein paar Stunden später wurde ich nochmal angerufen. Da war entschieden: Ich komme nach Strössendorf, weil diese Stelle länger vakant ist als die andere. Für mich war immer klar, was passiert und ich hatte nicht das Gefühl, dass über meinen Kopf hinweg entschieden wird. Auf die Art lass ich mich gerne überraschen.


  1. Bilder gibt’s, wenn ich dort bin. 
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